Karlsruhe, 19. Oktober 2020

„Vielleicht auch mal nur durchatmen“: Ortsvorsteherin wirbt bei Besuch für das Café Auszeit der ASB-Pflegebegleiter in Durlach

„Der Besuch war mir ein Anliegen“, sagte Alexandra Ries, Ortsvorsteherin in Durlach, vorigen Donnerstag (15.10.) im Café Auszeit: „Ich habe die Arbeit des Netzwerks in der Presse verfolgt und weiß aus eigener Erfahrung in der Familie, wie wichtig es ist, sich mit anderen treffen und austauschen zu können.“ Sie riet pflegenden Angehörigen, mit der Belastung im Pflegealltag offen und ohne falsche Scham umzugehen. Im Café Auszeit der ASB-Pflegebegleiter könne man „sich aussprechen, etwas trinken oder vielleicht auch mal nur durchatmen“.

Fabian Manske, Ansprechpartner des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Region Karlsruhe, kann sich vorstellen, „den Treff noch wachsen zu lassen, solange die Umstände es erlauben.“ Er möchte weitere engagierte Begleiterinnen und Begleiter gewinnen und wünscht sich für den monatlichen Treff noch mehr Bekanntheit in Bürgerschaft und Politik. „Die Atmosphäre im Café ist wohltuend, mir persönlich gefällt es hier“, sagte er an die Runde im Lokal an der Ochsentorstraße gerichtet. Gastgeber des Café Auszeit ist Judy‘s Pflug in Durlach.

Anlaufstelle „für alles Komplizierte, was mit Pflege verbunden ist“

Wie herausfordernd es ist, beständig für einen Menschen mit Pflegebedarf da zu sein, wurde vorigen Donnerstag schon nach wenigen Minuten deutlich. Zwar machten viele Teilnehmende klar, wie wichtig es ihnen ist, der Mutter oder der Oma „etwas zurückzugeben im Alter“. Zugleich schilderten sie das Gefühl, auf sich allein gestellt zu sein, und, wie es sich auswirkt, wenn etwa Plätze in der Tagespflege wegfallen. Petra Hollinger nannte als Beispiel die Formulare, die verlangt würden, um etwa einen Beihilfeantrag für die Pflegekosten zu stellen. Petra Hollinger ist ehrenamtliche Pflegebegleiterin aus Durlach.

Ortsvorsteherin Ries skizzierte die Situation aus eigener Anschauung: „Die nächtliche Unruhe, die Verantwortung und Aufgabe, zur richtigen Zeit die richtigen Medikamente zu geben, die Medikamente zu besorgen und einkaufen zu gehen.“ Ihr Fazit: „Man funktioniert, doch irgendwie weiß man nicht mehr, wie man es schaffen soll.“ Eine Angehörige griff dies auf. Sie nennt den Treff „Stammtisch“ und sagte, der sei „eine Anlaufstelle auch für alles Komplizierte, was mit Pflege verbunden ist.“ Sie nehme „auch manchmal etwas mit, wenn über jemand ganz anderen gesprochen“ werde.

Zeit auch Heiterkeit und Humor | „ein sehr menschlicher Treff“

Alexandra Ries wählte bei einer Tasse Tee die Rolle der zuhörenden Moderatorin, die auch offene Wortmeldungen im Sinn hat. Rasch setzte die Erste Vertreterin der Hauptverwaltung im Durlacher Stadtamt die vorgebrachten Anliegen der Pflegebegleiter für sich um. Etwa deren Wunsch nach Sichtbarkeit für ihre Arbeit: So könne der Schaukasten am Marktplatz für die Termin-Bekanntgabe genutzt werden. Treffen im größeren Stil seien in der Nikolauskappelle am Alten Friedhof oder später im Torwächterhaus Ochsentorstraße in der Regie der ARGE denkbar. Einer Vertreterin der Medien sagte sie am Rande des Treffens auf Nachfrage, sie wünsche sich ein solches Café „für alle anderen Karlsruher Stadtteile auch“.

Die Ortsvorsteherin blieb länger als geplant. Während sie aufstand, um ihren Tee zu bezahlen, war spürbar Zuversicht im Raum. In dieses Bild passt, was Fabian Manske vom Arbeiter-Samariter-Bund zu Beginn des Besuchs über das ASB-Format gesagt hatte: „Das Café ist ein sehr menschlicher Treff.“ Beobachtern fiel auf, dass die Besucherin die Ernsthaftigkeit des Treffens immer wieder gekonnt humorvoll aufzulockern verstand. Die Teilnehmenden vom Donnerstag quittierten das heiter mit Zu- und Zwischenrufen und wirkten sichtbar entspannt.

Koordinatoren | Fabian Manske ist in ASB-Seniorenresidenzen als Ergotherapeut tätig, in der Seniorenresidenz Im Blumenwinkel in Durlach sowie in der Am Park in der Südoststadt. Die Durlacherin Petra Hollinger verfügt über eigene Erfahrung in familiärer Pflege und engagiert sich als ehrenamtliche Pflegebegleiterin im Netzwerk Pflegebegleitung.

Förderer | Der ASB Karlsruhe unterstützt die Pflegebegleiter personell und logistisch. Das Seniorenbüro der Stadt Karlsruhe, die GKV und das Land Baden-Württemberg fördern die Anlaufstelle, um die häusliche Pflege durch Angehörige zu stärken - fokussiert auf Durlach. 

Service 

| Café Auszeit für pflegende Angehörige
Üblicher Termin ist der dritte Donnerstag im Monat. Um pflegenden Angehörigen eine Teilnahme an dem offenen Treff zu ermöglichen, unterstützen die ehrenamtlichen Helfer bei der Organisation einer Vertretung. Mehr hier: https://www.asb-ka.de/hilfen-im-alter/pflegebegleitung


Froher Besuch im Café Auszeit: Durlachs Ortsvorsteherin Alexandra Ries (r.) schaute auf einen Tee bei den ASB-Pflegebegleitern vorbei. Die Atmosphäre, die sie unter den pflegenden Angehörigen in Judy’s Pflug hinterließ: spürbar zuversichtlich. | Bildnachweis: ASB Karlsruhe


|Telefon-Sprechstunde Netzwerk Pflegebegleitung
Mo, Di, Mi, Fr 11:00-12:00 Uhr, Do  8:00-12:00 Uhr
Tel. 0721 49008-680 | E-Mail: pflegebegleiter(at)asb-ka.de
Petra Hollinger priv.: 0160 64 19 573


Zeit für Anliegen, Austausch: Im Café Auszeit, dem Format des ASB Karlsruhe für pflegende Angehörige, gewinnen Teilnehmende Impulse für ihren Pflegealltag. Alexandra Ries (2. v.r.), Ortsvorsteherin von Durlach, warb für den offenen Treff. Hier könne man „auch mal nur durchatmen“. | Bildnachweis: ASB Karlsruhe


Kontakt für Medienschaffende

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Region Karlsruhe | Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
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Tel.: 0721 49 008 740 | E-Mail: presse(at)asb-ka.de