Baden-Württemberg e.V. Region Karlsruhe

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Rettungshundestaffel des ASB Region Karlsruhe besteht die Prüfung und ist ab sofort einsatzbereit

Wird jemand im unwegsamen Gelände vermisst, kommen sie zum Einsatz: speziell geschulte und geprüfte Hunde. Damit es in der Not schnell geht, stehen auch die Rettungshundeteams des ASB Region Karlsruhe 365 Tage im Jahr rund um die Uhr ehrenamtlich und kostenlos bereit, wenn Polizei oder Leitstellen sie anfordern.

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Ende November 2017 haben drei ASB-Teams die einschlägige Prüfung bestanden. Im Schnitt mehr als zwei Jahre lang haben sie sich darauf vorbereitet. 

Es kann der Senior sein, der sich beim Spazierengehen einfach verlaufen hat und den Rückweg nicht mehr findet, ein Jogger, der von seiner üblichen Runde nicht zurückkommt oder der Reiter, der vom Pferd gefallen ist und sich alleine nicht mehr helfen kann: Stets sind Schnelligkeit und ein professionelles Vorgehen gefragt. Das Gleiche gilt, wenn Menschen mit suizidalen Absichten plötzlich unauffindbar sind.

Für Sucheinsätze in solchen Fällen hatten sich ehrenamtliche Kräfte im ASB Region Karlsruhe Anfang 2015 das Ziel gesetzt, eine einsatzfähige Rettungshundestaffel ins Leben zu rufen. Viele Übungsstunden und Trainings folgten. Am 18. November 2017 dann der große Tag: die Prüfung der GemPPO nach DIN 13050. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die „Gemeinsame Prüfungs- und Prüferordnung für Rettungshunde-Teams, Trümmer-/Flächensuche“.

Prüfungstag in Untergrombach: Der Wecker klingelte früh

Drei ASB-Teams des ASB Karlsruhe stellten sich dieser Aufgabe. Mit „Teams“ sind jeweils Hund bzw. Hündin und Besitzer gemeint, hier in allen Fällen Besitzerinnen und ASB-intern liebevoll Mädels genannt. Für die drei Karlsruher „Mädels“ und ihre Begleiter klingelte an jenem Novembersamstag der Wecker sehr früh. Denn für das Treffen auf dem Vereinsgelände des Hundesportvereins Untergrombach war 07:30 Uhr als Beginn ausgemacht. Alles was in den zurückliegenden zwei bis drei Jahren für die Ausbildung erarbeitet wurde, musste nun auf den Punkt genau passen. 

Neben dem Team aus Karlsruhe waren weitere Prüflinge aus ganz Süddeutschland sowie zwei Prüfer angereist. Im ersten Prüfungsteil musste theoretisches Wissen unter Beweis gestellt werden. Es galt, 25 Fragen in 20 Minuten zu beantworten. Die Themen: Funk-Kommunikation im Einsatz, Erste Hilfe am Mensch, Erste Hilfe am Hund, Einsatztaktik, Verhalten im Einsatz oder auch Orientierung mit Karte und Kompass. Nur wer mindestens 60 Prozent der Fragen richtig löste, konnte zu den nächsten Prüfungselementen überhaupt zugelassen werden. Erleichterung, noch am Morgen: Alle Hundeführer konnten diesen Teil mit Bravour bestehen.

Zweiter Prüfungsteil war der so genannte Verweistest: Wie melden die Hunde ihrem Hundeführer im Ernstfall eine gefundene Person? Das sollten die Teams den Prüfern zeigen. Auch diesen Teil der Prüfung konnten alle Teams mit Erfolg passieren. Im dritten Teil wurde die Unterordnung auf dem Hundeplatz abgefragt: bei Fuß gehen, Verhalten gegenüber einer fremden Menschengruppe mit und ohne fremde Hunden, das Tragen eines Maulkorbs sowie die so genannte freie Ablage ohne Sichtkontakt zum Hundeführer. Diese Aufgaben meisterten alle Prüflinge ebenfalls.

Sogenannte Flächenprüfung: Suche im dicht bewachsenen Wald

Doch noch gab es längst keinen Grund, in der Konzentration nachzulassen, denn der schwerste Teil der Prüfung stand nun mit der Flächenprüfung bevor: Dafür musste ein dicht bewachsenes Waldgebiet abgesucht werden. Ziel war es, auf einer Fläche von 30.000 qm in der vorgegebenen Zeit von 20 Minuten ein bis zwei Personen zu finden, an Ort und Stelle die medizinische Erstversorgung vorzunehmen sowie weitere Rettungsmaßnahmen einzuleiten.

Ergebnis: Alle Karlsruher Teams haben die Prüfung bestanden und stehen ab sofort für Einsätze zur Verfügung. Tobias Kretz, Leiter der Rettungshundestaffel beim ASB Region Karlsruhe und Zugführer, zeigt sich zufrieden: „Die lange Ausbildung von im Schnitt zwei Jahren hat sich ausbezahlt. Unseren drei Mädels ist hoch anzurechnen, dass sie sich so akribisch auf die Prüfung vorbereitet haben.“ Er selbst hatte als Prüfungs- und Staffelleiter jederzeit für jede Frage ein offenes Ohr und strahlte, wie von Teilnehmern zu hören war, eine wohltuende Ruhe aus. 

Tobias Kretz betont, wie viele Freiwillige mit ihrem Einsatz die Prüfung erst möglich gemacht haben: „Das ganze Team der ASB-Rettungshundestaffel bedankt sich bei allen anwesenden Helfern, so auch den Mädels vom ‚GW Mauldäschle‘, die den ganzen Tag über sowohl für warmes Essen als auch für warme Getränke gesorgt haben. Schön, dass sie zwischendurch selbstverständlich für jeden aufgeregten Prüfling auch ein aufbauendes Wort hatten! Das Gleiche gilt für unsere Ausbilderinnen Sabine Rothfritz und Tatjana Rothfritz, ohne die wir dieses Ziel nicht erreicht hätten. Last not least geht ein Dankeschön an unsere Prüferin Katharina Kern vom DRK Mannheim und an Wolfgang Walberer vom ASB.“ Walberer ist Leistungsrichter im ASB Bundesverband.

Training zwei Mal pro Woche für den richtigen Riecher

Um die Einsatzfähigkeit der Teams zu erhalten, trifft sich die Rettungshundestaffel des ASB Region Karlsruhe nun regelmäßig zum Training, und das sogar zwei Mal pro Woche. Ihren Leitspruch haben die Hundeführer bereits gefunden, angelehnt an ein Motto, mit dem das Team für die Ausbildung des ASB seine Erste-Hilfe-Kurse gern beginnt. „Helden brauchen keine Superkräfte. Nur die richtigen Handgriffe“, heißt es Mut machend an uns Menschen gerichtet. Für die Vierbeiner lautet es abgewandelt: „Helden brauchen keine Superkräfte. Nur den richtigen Riecher.“ 

zu unseren Fotos:
Foto 1 | Vor dem Sucheinsatz: Sabine Rothfritz mit Hündin Mayla - insgesamt drei geprüfte Teams des ASB Region Karlsruhe sind nun startklar, um mit Hilfe von Hunden Menschen aus der Not zu retten. 
Foto 2 | Ehrenamtlich für den Ernstfall bereit: Christine Dörr und Rüde Arouk - Polizei und Leitstellen können sie anfordern, um eine vermisste Person etwa im Wald aufzuspüren.
Foto 3 | Zwei Jahre lang intensiv vorbereitet: Die Freude über den erfolgreich absolvierten Prüfungstag ist Rieke Kokenge, hier mit ihrem Rüden Sonic, gut anzusehen.